Archivlandschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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Die deutsche Archivlandschaft lässt sich in acht verschiedene Sparten untergliedern. Zu unterscheiden sind folgende Archivsparten:
 
Die deutsche Archivlandschaft lässt sich in acht verschiedene Sparten untergliedern. Zu unterscheiden sind folgende Archivsparten:
  
'''Staatsarchive'''
 
  
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== Staatsarchive==
 
 
'''Wirtschaftsarchive'''
 
 
 
'''Medienarchive'''
 
 
 
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Die Staatsarchive sind die größten Institutionen der deutschen [[Archivlandschaft]]. Sie verfügen über einen sehr reichhaltigen Bestand an Unterlagen und nehmen, aufgrund ihrer Größe, sehr umfangreiche Aufgaben wahr. Ihre wichtigste Tätigkeit jedoch ist es, die [[Archivwürdigkeit|archivwürdigen]] Unterlagen der Behörden in ihrem [[Archivsprengel]] zu übernehmen, zu sichern und nutzbar zu machen.     
 
Die Staatsarchive sind die größten Institutionen der deutschen [[Archivlandschaft]]. Sie verfügen über einen sehr reichhaltigen Bestand an Unterlagen und nehmen, aufgrund ihrer Größe, sehr umfangreiche Aufgaben wahr. Ihre wichtigste Tätigkeit jedoch ist es, die [[Archivwürdigkeit|archivwürdigen]] Unterlagen der Behörden in ihrem [[Archivsprengel]] zu übernehmen, zu sichern und nutzbar zu machen.     
Bekannte Beispiele für Staatsarchive sind das Bundesarchiv und die Archive der sechzehn Bundesländer. Diese sind auch die führenden Institutionen im Archivwesen.
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Bekannte Beispiele für Staatsarchive sind das [[Bundesarchiv]] und die Archive der sechzehn Bundesländer. Diese sind auch die führenden Institutionen im Archivwesen.
  
== '''Kommunalarchive''' ==
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== Kommunalarchive ==
  
 
Die Kommunalarchive stellen die zahlenmäßig größte Gruppe unter den [[Archiv|Archiven]] dar. Diese können je nach Kommune unterschiedlich groß sein. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Stadt-, Gemeinde- und Kreisarchiven. In kleinen Kommunalarchiven ist oftmals eine personelle Unterbesetzung der Fall, so dass eine Vielzahl von Aufgaben entweder von wenigen Archivmitarbeitern oder gar nicht wahrgenommen werden.  
 
Die Kommunalarchive stellen die zahlenmäßig größte Gruppe unter den [[Archiv|Archiven]] dar. Diese können je nach Kommune unterschiedlich groß sein. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Stadt-, Gemeinde- und Kreisarchiven. In kleinen Kommunalarchiven ist oftmals eine personelle Unterbesetzung der Fall, so dass eine Vielzahl von Aufgaben entweder von wenigen Archivmitarbeitern oder gar nicht wahrgenommen werden.  
 
Die Kommunalarchive dokumentieren das Leben in einer Kommune, indem sie einerseits Unterlagen der öffentlichen Verwaltung übernehmen und andererseits durch Kauf Sammlungen anlegen. Bei letzterem kauft das Archiv gezielt Fotos, Plakate, Urkunden oder Postkarten vornehmlich von Antiquariaten und fasst sie zu einem eigenen Bestand zusammen.   
 
Die Kommunalarchive dokumentieren das Leben in einer Kommune, indem sie einerseits Unterlagen der öffentlichen Verwaltung übernehmen und andererseits durch Kauf Sammlungen anlegen. Bei letzterem kauft das Archiv gezielt Fotos, Plakate, Urkunden oder Postkarten vornehmlich von Antiquariaten und fasst sie zu einem eigenen Bestand zusammen.   
  
== '''Wirtschaftsarchive''' ==
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== Wirtschaftsarchive==
  
 
Wirtschaftsarchive übernehmen das [[Archivgut]] wirtschaftlicher Betriebe. Diese Aufgaben nehmen in einigen Bundesländern die regionalen Wirtschaftsarchive wahr. In Nordrhein-Westfalen sind dies das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv (RWWA) in Köln und das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) in Dortmund. Getragen werden diese [[Archiv|Archive]] von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern. Beide Archive bemühen sich um Unterlagen von Unternehmen, die kein eigenes Archiv unterhalten.  
 
Wirtschaftsarchive übernehmen das [[Archivgut]] wirtschaftlicher Betriebe. Diese Aufgaben nehmen in einigen Bundesländern die regionalen Wirtschaftsarchive wahr. In Nordrhein-Westfalen sind dies das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv (RWWA) in Köln und das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) in Dortmund. Getragen werden diese [[Archiv|Archive]] von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern. Beide Archive bemühen sich um Unterlagen von Unternehmen, die kein eigenes Archiv unterhalten.  
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Die Wirtschaftsarchive haben in der Regel einen schweren Stand, denn kein Archivgesetz verpflichtet einen Betrieb seine Unterlagen einem [[Archiv]] anzubieten.
 
Die Wirtschaftsarchive haben in der Regel einen schweren Stand, denn kein Archivgesetz verpflichtet einen Betrieb seine Unterlagen einem [[Archiv]] anzubieten.
  
== '''Medienarchive''' ==
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== Medienarchive==
  
 
Medienarchive werden hauptsächlich bei Rundfunk- und Fernsehanstalten und bei Zeitschriften oder Zeitungsverlagen geführt. Zu dieser Gruppe gehören auch die [[Bildarchiv|Bildarchive]].
 
Medienarchive werden hauptsächlich bei Rundfunk- und Fernsehanstalten und bei Zeitschriften oder Zeitungsverlagen geführt. Zu dieser Gruppe gehören auch die [[Bildarchiv|Bildarchive]].
 
Bei dieser Archivsparte stehen dabei bestimmte Arten von Medien im Vordergrund. Sammelt ein Kommunalarchiv beispielsweise Fotos, Stadtpläne, Akten, Personenstandsregister,Kirchenbücher etc., so archiviert ein [[Bildarchiv]] in erster Linie Fotos, ein Zeitungsverlag seine Zeitungen und Rundfunk- und Fernsehanstalten die Produktionen des jeweiligen Senders.  
 
Bei dieser Archivsparte stehen dabei bestimmte Arten von Medien im Vordergrund. Sammelt ein Kommunalarchiv beispielsweise Fotos, Stadtpläne, Akten, Personenstandsregister,Kirchenbücher etc., so archiviert ein [[Bildarchiv]] in erster Linie Fotos, ein Zeitungsverlag seine Zeitungen und Rundfunk- und Fernsehanstalten die Produktionen des jeweiligen Senders.  
  
== '''Kirchliche Archive''' ==
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== Kirchliche Archive ==
  
 
Das kirchliche Archivwesen lässt sich in die beiden Religionsgemeinschaften der evangelischen und der katholischen Kirche unterteilen.
 
Das kirchliche Archivwesen lässt sich in die beiden Religionsgemeinschaften der evangelischen und der katholischen Kirche unterteilen.
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Zu der Archivsparte der Kirchlichen Archive gehört auch das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, das sich intensiv mit der Historie der Juden auseinandersetzt.
 
Zu der Archivsparte der Kirchlichen Archive gehört auch das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, das sich intensiv mit der Historie der Juden auseinandersetzt.
  
== '''Archive wissenschaftlicher Institutionen''' ==
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== Archive wissenschaftlicher Institutionen ==
  
 
Einige wissenschaftliche Institutionen unterhalten [[Archiv|Archive]], die sich um das Schriftgut des Trägers kümmern und sich um Nachlässe von renommierten Wissenschaftlern bemühen. Literaturarchive sammeln zum Beispiel Nachlässe bekannter Autoren.
 
Einige wissenschaftliche Institutionen unterhalten [[Archiv|Archive]], die sich um das Schriftgut des Trägers kümmern und sich um Nachlässe von renommierten Wissenschaftlern bemühen. Literaturarchive sammeln zum Beispiel Nachlässe bekannter Autoren.
 
Da die Hochschularchive von den Ländern getragen werden, zählen sie zu den öffentlichen [[Archiv|Archiven]]. Diese übernehmen das [[Archivgut]] der Hochschulverwaltung und der einzelnen Fachbereiche. So können sich in einem Hochschularchiv neben literarischem Schriftgut auch naturwissenschaftliche Aufzeichnungen befinden.
 
Da die Hochschularchive von den Ländern getragen werden, zählen sie zu den öffentlichen [[Archiv|Archiven]]. Diese übernehmen das [[Archivgut]] der Hochschulverwaltung und der einzelnen Fachbereiche. So können sich in einem Hochschularchiv neben literarischem Schriftgut auch naturwissenschaftliche Aufzeichnungen befinden.
  
== '''Adelsarchive''' ==
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== Adelsarchive ==
  
 
Dass Adelsarchive von Fachkräften verwaltet werden, kommt eher selten vor. Häufiger ist es der Fall, dass entsprechendes [[Archivgut]] in Staats- oder Kommunalarchiven aufbewahrt wird. Ähnlich wie bei den Wirtschaftsarchiven gibt es für die Adelsarchive keine gesetzliche Regelung.  
 
Dass Adelsarchive von Fachkräften verwaltet werden, kommt eher selten vor. Häufiger ist es der Fall, dass entsprechendes [[Archivgut]] in Staats- oder Kommunalarchiven aufbewahrt wird. Ähnlich wie bei den Wirtschaftsarchiven gibt es für die Adelsarchive keine gesetzliche Regelung.  
 
In Nordrhein-Westfalen betreuen die beiden '''Archivpflegestellen''' vom '''[http://www.afz.lvr.de/ Landschaftsverband Rheinland]''' und vom '''[http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Archivamt/ Landschaftsverband Westfalen-Lippe]''' die Privatarchive. Die Vorteile für die Eigentümer liegen darin, dass die Bestände in ihrem Besitz verbleiben.
 
In Nordrhein-Westfalen betreuen die beiden '''Archivpflegestellen''' vom '''[http://www.afz.lvr.de/ Landschaftsverband Rheinland]''' und vom '''[http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Archivamt/ Landschaftsverband Westfalen-Lippe]''' die Privatarchive. Die Vorteile für die Eigentümer liegen darin, dass die Bestände in ihrem Besitz verbleiben.
  
== '''Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive''' ==
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== Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive ==
  
 
Die Stiftungen der Parteien besitzen eigene [[Archiv|Archive]], die sich mit der Erforschung ihrer jeweiligen politischen Strömung befassen und das [[Archivgut]] der Parteien übernehmen. Gesammelt werden die Nachlässe einflussreicher Politiker oder Schriftgut der Parteien. Dieser Gruppe werden auch die [[Archiv|Archive]] der Gewerkschaften hinzugezählt.
 
Die Stiftungen der Parteien besitzen eigene [[Archiv|Archive]], die sich mit der Erforschung ihrer jeweiligen politischen Strömung befassen und das [[Archivgut]] der Parteien übernehmen. Gesammelt werden die Nachlässe einflussreicher Politiker oder Schriftgut der Parteien. Dieser Gruppe werden auch die [[Archiv|Archive]] der Gewerkschaften hinzugezählt.
 
Aufgrund der Gewaltenteilung in Deutschland führen die politischen Gremien Bundestag, Bundesrat und die Länderparlamente eigene [[Archiv|Archive]]. Dadurch bleibt die Trennung von Legislative und Exekutive gewahrt. Zur Gruppe der Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive werden auch die Archive der Gewerkschaften zugerechnet.
 
Aufgrund der Gewaltenteilung in Deutschland führen die politischen Gremien Bundestag, Bundesrat und die Länderparlamente eigene [[Archiv|Archive]]. Dadurch bleibt die Trennung von Legislative und Exekutive gewahrt. Zur Gruppe der Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive werden auch die Archive der Gewerkschaften zugerechnet.
  
=='''Quellen:'''==
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==Quellen==
 
   
 
   
 
* Reimann, Norbert: Praktische Archivkunde. Ein Leitfaden für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv. 2. überarbeitete Auflage. Ardey-Verlag Münster 2008.  
 
* Reimann, Norbert: Praktische Archivkunde. Ein Leitfaden für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv. 2. überarbeitete Auflage. Ardey-Verlag Münster 2008.  

Version vom 27. Mai 2013, 12:12 Uhr

Die deutsche Archivlandschaft lässt sich in acht verschiedene Sparten untergliedern. Zu unterscheiden sind folgende Archivsparten:


Staatsarchive

Die Staatsarchive sind die größten Institutionen der deutschen Archivlandschaft. Sie verfügen über einen sehr reichhaltigen Bestand an Unterlagen und nehmen, aufgrund ihrer Größe, sehr umfangreiche Aufgaben wahr. Ihre wichtigste Tätigkeit jedoch ist es, die archivwürdigen Unterlagen der Behörden in ihrem Archivsprengel zu übernehmen, zu sichern und nutzbar zu machen. Bekannte Beispiele für Staatsarchive sind das Bundesarchiv und die Archive der sechzehn Bundesländer. Diese sind auch die führenden Institutionen im Archivwesen.

Kommunalarchive

Die Kommunalarchive stellen die zahlenmäßig größte Gruppe unter den Archiven dar. Diese können je nach Kommune unterschiedlich groß sein. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Stadt-, Gemeinde- und Kreisarchiven. In kleinen Kommunalarchiven ist oftmals eine personelle Unterbesetzung der Fall, so dass eine Vielzahl von Aufgaben entweder von wenigen Archivmitarbeitern oder gar nicht wahrgenommen werden. Die Kommunalarchive dokumentieren das Leben in einer Kommune, indem sie einerseits Unterlagen der öffentlichen Verwaltung übernehmen und andererseits durch Kauf Sammlungen anlegen. Bei letzterem kauft das Archiv gezielt Fotos, Plakate, Urkunden oder Postkarten vornehmlich von Antiquariaten und fasst sie zu einem eigenen Bestand zusammen.

Wirtschaftsarchive

Wirtschaftsarchive übernehmen das Archivgut wirtschaftlicher Betriebe. Diese Aufgaben nehmen in einigen Bundesländern die regionalen Wirtschaftsarchive wahr. In Nordrhein-Westfalen sind dies das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv (RWWA) in Köln und das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) in Dortmund. Getragen werden diese Archive von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern. Beide Archive bemühen sich um Unterlagen von Unternehmen, die kein eigenes Archiv unterhalten. Doch gibt es auch Unternehmen der Wirtschaft, die solche Archive eingerichtet haben. Ein solches Archiv führt zum Beispiel die Bayer AG, welches die Geschichte des Konzerns dokumentiert. Die Wirtschaftsarchive haben in der Regel einen schweren Stand, denn kein Archivgesetz verpflichtet einen Betrieb seine Unterlagen einem Archiv anzubieten.

Medienarchive

Medienarchive werden hauptsächlich bei Rundfunk- und Fernsehanstalten und bei Zeitschriften oder Zeitungsverlagen geführt. Zu dieser Gruppe gehören auch die Bildarchive. Bei dieser Archivsparte stehen dabei bestimmte Arten von Medien im Vordergrund. Sammelt ein Kommunalarchiv beispielsweise Fotos, Stadtpläne, Akten, Personenstandsregister,Kirchenbücher etc., so archiviert ein Bildarchiv in erster Linie Fotos, ein Zeitungsverlag seine Zeitungen und Rundfunk- und Fernsehanstalten die Produktionen des jeweiligen Senders.

Kirchliche Archive

Das kirchliche Archivwesen lässt sich in die beiden Religionsgemeinschaften der evangelischen und der katholischen Kirche unterteilen. Die evangelische Kirche verfügt über ein Zentralarchiv in Berlin, sowie über Archive auf Ebene der einzelnen Landeskirchen. Letztere betreuen auch die Archive der Pfarreien, indem sie diesen fachlich zur Seite stehen. Die katholische Kirche in Deutschland verfügt, anders als die evangelische Kirche, über keine zentrale Einrichtung. Regional sind die Archive den Bistümern zugeordnet. Ähnlich wie die evangelischen Landeskirchenarchive, betreuen die Diözesanarchive die zugehörigen Pfarrbezirke ihres Bistums. Durch die Säkularisierung im 19. Jahrhundert ging ein Großteil der Bestände der katholischen Kirche, einschließlich derer der Klöster und Ordensgemeinschaften, in staatliche Hand über. Solche Klöster und Ordensgemeinschaften verfügen heute wieder über eigene Archive. Ohne regionalen Bezug arbeitet das Archiv des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.

Zu der Archivsparte der Kirchlichen Archive gehört auch das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, das sich intensiv mit der Historie der Juden auseinandersetzt.

Archive wissenschaftlicher Institutionen

Einige wissenschaftliche Institutionen unterhalten Archive, die sich um das Schriftgut des Trägers kümmern und sich um Nachlässe von renommierten Wissenschaftlern bemühen. Literaturarchive sammeln zum Beispiel Nachlässe bekannter Autoren. Da die Hochschularchive von den Ländern getragen werden, zählen sie zu den öffentlichen Archiven. Diese übernehmen das Archivgut der Hochschulverwaltung und der einzelnen Fachbereiche. So können sich in einem Hochschularchiv neben literarischem Schriftgut auch naturwissenschaftliche Aufzeichnungen befinden.

Adelsarchive

Dass Adelsarchive von Fachkräften verwaltet werden, kommt eher selten vor. Häufiger ist es der Fall, dass entsprechendes Archivgut in Staats- oder Kommunalarchiven aufbewahrt wird. Ähnlich wie bei den Wirtschaftsarchiven gibt es für die Adelsarchive keine gesetzliche Regelung. In Nordrhein-Westfalen betreuen die beiden Archivpflegestellen vom Landschaftsverband Rheinland und vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Privatarchive. Die Vorteile für die Eigentümer liegen darin, dass die Bestände in ihrem Besitz verbleiben.

Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive

Die Stiftungen der Parteien besitzen eigene Archive, die sich mit der Erforschung ihrer jeweiligen politischen Strömung befassen und das Archivgut der Parteien übernehmen. Gesammelt werden die Nachlässe einflussreicher Politiker oder Schriftgut der Parteien. Dieser Gruppe werden auch die Archive der Gewerkschaften hinzugezählt. Aufgrund der Gewaltenteilung in Deutschland führen die politischen Gremien Bundestag, Bundesrat und die Länderparlamente eigene Archive. Dadurch bleibt die Trennung von Legislative und Exekutive gewahrt. Zur Gruppe der Parlaments-, Partei- und Verbandsarchive werden auch die Archive der Gewerkschaften zugerechnet.

Quellen

  • Reimann, Norbert: Praktische Archivkunde. Ein Leitfaden für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv. 2. überarbeitete Auflage. Ardey-Verlag Münster 2008.
  • Franz, Eckhart G.: Einführung in die Archivkunde. 7. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2007.