Bundesarchiv

Aus FaMI Azubi Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche

Geschichte

Das Bundesarchiv wurde 1952 gegründet.Als Standort wurde Koblenz fest gelegt. Koblenz wurde wegen der Nähezur damaligen Bundeshauptstadt Bonn als provisorische Lösung gewählt. Der Vorgänger war das Reichsarchiv. Im Laufe der Jahre wurden weitere Archivstandorte gegründet.

Beispielsweise 1968 wurde das Militärarchiv nach Freiburg verlegt. Es gibt mittlerweile 9 Archivstandorte in der Bundesrepublik Deutschland. Die Hauptstelle ist weiterhin Koblenz. Diese Position wurde mit dem Bau des neuen und immer noch effizienten Archivgebäudes auf der Karthause bestätigt. 1986 war der Bau und Umzug aller Akten vollendet. 1988 werden die allgemeinen Zugangsrechte und die Aufgaben des Bundesarchiv gesetzlich verankert unter dem „Gesetz über die Sicherung und Nutzung von Archivgut des Bundes“ – DasBundesarchivgesetz.

Im Zuge der Wiedervereinigung 1990 werden die Archive der DDR ins Bundesarchiv eingegliedert.

Die Standorte

Koblenz

Ist die Hauptstelle mit Sitz des Präsidenten des Bundesarchivs. Der Bestand umfasst die Bundesrepublik Deutschland ab 1949 und die Besatzungszonen von 1946 – 1949.

Berlin-Lichterfelde

Der Bestand umfasst das Deutsche Reich (1867/71 – 1945), die DDR (1949– 1990) und die Akten der Stiftung der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO). Das Archivgut der SAPMO umfasst Akten die außerhalb der staatlichen Behörden der DDR bei den politischen Entscheidungen zur Kontrolle und Steuerung von Staat und Gesellschaft entstanden ist.

Berlin-Wilmersdorf

Der Standort des Filmarchivs.

Freiburg

Der Standort des Militärarchivs. Die Bestände der Abteilung Militärarchiv umfassen die Überlieferung (insbes. Sachakten, Karten, Konstruktionspläne, Fotos) staatlicher militärischer Stellen seit dem Jahre 1867 bis in die Gegenwart.

Bayreuth

Der Standort des Lastenausgleichsarchiv.

Ludwigsburg

Der Bestand umfasst die Zentrale Stelle (ZSt) zur Aufklärung national-sozialistischer Verbrechen als gemeinschaftliche Einrichtung der Landesjustizverwaltungen. (errichtet 1958)

Rastatt

Erinnerungsstättefür die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte. DieseAußenstelle des Bundesarchivs versteht sich ganz im Sinne vonHeinemann als "lebendige Stätte der Anschauung und Begegnung"mit Demokratie in ihrer spezifisch deutschen Tradition.

Sankt Augustin-Hangelar & Berlin-Hoppegarten

Zwischenarchivefür die obersten Bundesbehörten

Die Aufgaben

Die Aufgaben des Bundesarchivs sind:

  • Behördenberatung
  • Sicherung von Archivgut
  • Nutzbarmachung
  • Informationsvermittlung und Benutzungsdienst
  • Verwertung

Behördenberatung

Behördenkönnen sich an das Bundesarchiv wenden oder werden in verschiedenenFällen vom Archiv selbst angesprochen. DasArchiv berät über Themen wie die optimale Schriftgutverwaltung, dieErstellung und Führung von Aktenplänen, die Einführungelektronischer Systeme. DasArchiv gibt auch Hilfestellung bei der Aussonderung elektronischerund analoger Akten.

Sicherung von Archivgut

DieÜbernahme erfolgt in einem standardisierten Anbietungs- undÜbernahmeverfahren. Nach der Übernahme der Akten ins Archiv wirddie Vollständigkeit geprüft und die Akten werden elektronischerfasst. Das bedeutet, der Zugang wird magazintechnisch bearbeitet,die Akten werden einem Bestand zugeteilt, die Archivnummern werdenvergeben und die Akten werden signiert. Anschließend werden dieAkten eingelagert. ZurSicherung gehört die Bestandserhaltung. Darunter fällt der Schutzdes Archivguts. Die Akten werden sachgerecht in säurefreienArchivboxen umgelagert, sie werden entmetallisiert und anschließendautomatisch verfilmt. Die Lagerung erfolgt im Magazin desBundesarchivs. DieAkten werden auch für die weitere Verwendung konserviert. Manreinigt die Akten und danach wird dem Papier die Säure entzogen. Beibestimmten Papiersorten wird umkopiert, da sie nicht auf Dauerhaltbar sind. Diese kopierten Texte werden besonders gekennzeichnet. ZurSicherung gehört auch die Restauration von Archivgut. Aufgaben wiedas Anfasern wird direkt im Bundesarchiv vorgenommen. BeiSchimmelbefall werden die Akten luftdicht verschweißt und zurBestrahlung gegeben. Seit 2010 besitzt Bundesarchiv Koblenz eineGefriertrocknungsanlage. Durch ein Vakuum können gefrorene Aktenüber mehrere Tage getrocknet werden. Aktuell werden im BundesarchivAkten des Stadtarchivs Köln getrocknet.

Nutzbarmachung

Bewertung

Bevordie Akten zu Archivgut werden müssen sie bewertet werden. DieArchivare des Bundesarchivs entscheiden über Aufbewahrung oderKassation der Massenakten. Das Bundesarchiv entscheiden nach Ablaufder Aufbewahrungsfrist. Die Entscheidungskriterien umfassen:

  • Die Erforschung oder das Verständnis der deutschen Geschichte
  • Die Sicherung berechtigter Belange des Bürger
  • Die Bereitstellung von Informationen für Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtssprechung

Es gibt mehrere Bewertungskriterien des Bundesarchivs. Das wichtigsteKriterium für die Bewertung von Akten der Bundesbehörden ist dieZuständigkeit. Es werden nur Akten übernommen, wenn die abgebendeStelle federführend in der Zuständigkeit ist. Ergänzende Bewertungsmotive sind die Art der Aufgabe (z.B. Gesetzgebungsverfahren), Bedeutung der wahrgenommenen Aufgabe, Umfangder Aufgabenwahrnehmung, Aktenführung, Überlieferungsverhältnisse.

Erschließung

Um das Archivgut nutzen zu können, muss es erschlossen werden. Heutewird alles digital erschlossen und ist genauso online zurecherchieren. Das Bundesarchiv erstellt jedoch weiterhin dieklassischen Findbücher, die man vor Ort im Benutzersaal anschauenkann. Diesen Büchern ist aber auch eine CD-ROM beigelegt.

Zur Erschließung des Archivgut nutzt das Bundesarchiv gegebeneHilfsmittel wie die Abgabeverzeichnisse und Aktenpläne. Dieerste Stufe des Erschließens ist die Aktenart. Das Bundesarchivunterscheidet unter Sach-, Prozess- oder Personenakten. Jede Art istunterschiedlich zu erschließen und haben auch unterschiedlicheSperrfisten. Sachakten sind 30 Jahre nach Entstehung frei zugänglich,während Personenakten erst 30 Jahre nach Tod der betreffenden Personzugänglich sind. Falls das Todesdatum unbekannt sein sollte läuftdie Frist erst 110 Jahre nach der Geburt aus und ist Datum bekanntist die Archivalie 60 Jahre nach Entstehung zugänglich.

Informationsvermittlung und Benutzungsdienst DieBenutzergruppe des Bundesarchivs umfasst: Wissenschaftler, Behörden,Wirtschaftsunternehmen, Journalisten/Publizisten und Privatpersonen

DieBenutzung des Bundesarchivs ist ein Jedermann-Recht und durch dasBundesarchivgesetz fest gelegt. Die Akten sind jedoch erst nachAblauf der Schutzfristen einzusehen. Das bedeutet aktuell können nurAkten bis zum Jahr 1981 einzusehen. Esgibt jedoch verschiedene Möglichkeiten der Fristverkürzung. (Benutzungsantragzeigen)

DasBundesarchiv empfiehlt sich vor dem Besuch im Bundesarchiv zuinformieren, nach den Beständen zu recherchieren und sichanzumelden, damit vor Ort mehr Zeit für die Forschung bereit stehtund es nicht an der Formalie scheitert. Verwertung DasArchivgut kann auch für andere Aufgaben als die Benutzung verwendetwerden. Das Beste Bespiel ist der Ausstellungsbereich desBundesarchivs. Aktuell ist dort eine Ausstellung zum Thema Mauerbauzu sehen. Anhand des Archivguts ist die Geschichte des Mauerbausdokumentiert. Man kann Briefe der damaligen Regierenden sehen undWahlplakate oder Fotos aus dem Bildarchiv des Bundesarchivs. Sokann jede Ausstellung durch das Archivgut des Bundesarchivsunterstützt werden.

ZurVerwertung gehört ebenso die Erstellung von Editionen z.B. dieKabinettsprotokolle der Bundesregierung.

Recherche im Bundesarchiv Falls etwas im Bundesarchivrecherchiert werden soll, bietet sich die online Recherche an. Mankann auf alle Datenbanken des Bundesarchivs online zugreifen. Mit ARGUS kann man den Aktenbestand des Bundesarchiv durchsuchen: http://startext.net-build.de:8080/barch/MidosaSEARCH/search.htm

Unter der Zentralen Nachlassdatenbank führt das Bundesarchiv in Kooperation mit vielen anderen Archiven eine Datenbank, welche die gezielte Recherche nach Nachlässen anbietet. http://www.nachlassdatenbank.de/

Mit dem digitalen Bildarchiv kann man online auf einen Teil der Bilder des Bundesarchivs zugreifen und sie sich sogar downloaden http://www.bild.bundesarchiv.de/

Über die Filmdatenbank des Bundesarchivs kann man sich über die im Bundesarchiv aufbewahren Filme informieren und nach ihnen recherchieren. http://www.bundesarchiv.de/benutzungsmedien/