Spezialbibliotheken

Aus FaMI Azubi Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche

Definition

Der Name Spezialbibliothek (SpB) bietet eine gute Erläuterung des Bibliothekstyps. Der SpB liegt immer ein bestimmter Fachbereich zu Grunde. Ihr Zweck wird durch die spezialisierte Institution dirigiert. Eine SpB ist nie selbstständig tätig und immer einer Institution untergeordnet (z.B. Bibliothek der Kunst- und Ausstellungshalle, Bibliothek der BaFin).

Man findet SpBs nie im öffentlichen Bereich, dieser Bibliothekstyp ist ausschließlich im wissenschaftlichen Bereich zu finden. In Deutschland stellt der Bereich Spezialbibliothek die größte Gruppe der wissenschaftlichenBibliothek und zwar mit rund 2700 Bibliotheken.

Die häufigsten Organisationen denen eine Bibliothek angehört sind Museen, Archive, Behörden, sowie wissenschaftliche und medizinische Forschungsanstalten. Die typische Bestandsgröße einer SpB liegt zwischen 50.000 und 150.000 Bänden, kann aber je nach Einrichtung nach oben oder nach unten abweichen. Beispiele:

  • Bibliothek des Deutschen Bundestages
  • Bibliothek des Bundesgerichtshofs
  • Bibliothek der Bundesanstalt für Strahlenschutz
  • Bibliothek des deutschen Museums


Einige deutsche Spezialbibliotheken haben ihren Sitz im Ausland:

  • Bibliothek des Deutschen Archäologischen Instituts (Athen, Kairo, etc.)
  • Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts (Florenz)

Aufgaben

Die wichtigste Aufgabe, wenn nicht sogar die Hauptaufgabe der SpB ist die optimale Informationsversorgung der Angehörigen. Besonders wichtig für dieInformationsversorgung ist die Beschaffung aktueller Literatur. Vielen Werke sind schnell veraltet, aber für die Arbeit der Benutzer ist die Aktualität der Quellen unverzichtbar. (z.B. Gesetzeswerke) Auch müssen SpBs sich mit so genannter „Graue Literatur“ ausstatten, welche nicht über den Buchhandel erhältlich ist. Darunter fallen Geschäftsberichte von Unternehmen oder Behörden,Forschungsergebnisse, Sonderdrucke oder Gutachten. Zur Versorgung mit Informationen gehört die Vermittlung der Literatur. Nicht jede SpB kann die benötigte Literatur als Monographie oder als Zeitschrift bereit stellen. Deswegen müssen die Informationen auf anderen Wegen beschafftwerden. Mögliche Wege sind Fernleihen über verbundene Bibliotheken oder über Dokumentenlieferdienste (z.B. subito) Zeitschriftenaufsätze sind zunehmend auch online zu finden und man muss sich mit Online Zugriffen und Datenbankenauseinandersetzen um an die gewünschten Informationen kommen. Ein gutes Bespiel für Online Produkte sind Beck-Online oder Genios. Einige SpBs haben als Nebenaufgabe die Archivfunktion. Sie heben mehrere Exemplare ihrer Monographien auf und archivieren sie im Magazin.

Quellen

  • Hacker/Grantert: Bibliothekarisches Grundwissen - 8.Auflage - S. 32
  • Böttger: Basiskenntnis Bibliothek - 4. Auflage - S. 44)
  • http://www.bibliotheksprotal.de